10.02.2020

YEEP - Young Entrepreneur Exchange Project

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Sechs Studenten der hftm unterstützten zehn Projektteams der Universität Hawassa in Ähtiopien mit ihrem technischen Know-how.

Das Young Entrepreneur Exchange Project (YEEP) ist eine Initiative um Studierende der Universität Hawassa (HU) in Äthiopien bei der Gründung eines Unternehmens zu unterstützen. Als Hauptziele der Partnerschaft zwischen der Berner Fachhochschule (BFH) und der Hawassa University (HU) in Äthiopien wurden die Förderung des unternehmerischen Denkens sowie der Aufbau von Fähigkeiten und das interkulturelle Lernen definiert.

In den Jahren, in denen das Projekt durchgeführt wurde, hat man festgestellt, dass zwar viel theoretisches Wissen vorhanden ist, praktische Fähigkeiten aber oft fehlen. Deshalb unterstützten im Februar 2020 erstmalig sechs Studenten der hftm die Projektteams in Hawassa. Dank der praxisnahen, technischen Ausrichtung der Studiengänge der hftm brachten die Studenten das fehlende Know-how mit und konnten einen wertvollen Input leisten. 

Die äthiopischen Studierenden arbeiten an innovativen Projekten wie z. B. einem mobilen Fitnessstudio, einem Technorama als Praxislabor mit öffentlichem Zugang oder einer Bike-Rental-Plattform. Erfolgversprechend ist ebenfalls ein landwirtschaftliches Thema: Die Kultivierung der in Äthiopien heimischen Pflanze Ensete (Zierbanane), die sowohl Dürren als auch starkem Regen trotzt, könnte in Zukunft viel Potenzial bieten. Der Anbau, die Verarbeitung sowie der Vertrieb als Grundnahrungsmittel könnten der Nahrungsmittelknappheit entgegenwirken.

Während der Projektwoche arbeiteten die afrikanischen Studenten in Teams mit Studierenden der HSG, der BFH, der WKS und der hftm zusammen. Mit den Fähigkeiten der Studenten, die sich im Team ergänzten, konnten die verschiedenen Projekte optimal weiterentwickelt werden. Ziel war es, am Ende der Woche die Businesspläne so weit fertiggestellt zu haben, dass der Start in die Selbstständigkeit ein gutes Stück näher rücken konnte. Die Studenten der hftm zeigten sich besonders von der Motivation der Äthiopier beeindruckt, die mit grossem Elan an den Businessplänen arbeiteten, die ihnen eine berufliche Zukunft ermöglichen sollen.

Für die Schweizer Studenten stellten besonders die Laboranlagen der Universität Hawassa eine Herausforderung dar: Weil der Schlüssel unauffindbar war, konnten sie zu Beginn gar nicht betreten werden. Anschliessend entpuppten sich die Anlagen dann auch als veraltet oder nicht funktionsfähig. Viele wurden scheinbar noch nie in Betrieb genommen oder dienten nur zu Anschauungszwecken.

Zusätzlich im Fokus stand während der Projektwoche der interkulturelle Austausch. An einem Cultural Input Dinner wurden die Schweiz sowie Schweizer Lebensmittel wie Birchermüesli, Raclette oder Toblerone präsentiert. Aber nicht nur die Nahrungsmittel unterscheiden sich, auch die Bildungssysteme der beiden Länder könnten nicht verschiedener sein: Während in Äthiopien das universitäre Studium der einzige Bildungsweg ist, bietet die Schweiz mit dem dualen Berufsbildungssystem eine Vielfalt an Möglichkeiten. Besonders beeindruckt waren die Äthiopier von hftm-Student Matthias, der seinen Gleitschirm vorstellte. Niemand von ihnen konnte glauben, dass man tatsächlich damit fliegen kann.

Alle Beteiligten zeigten sich von der Projektwoche und den erzielten Fortschritten begeistert. Der Kontakt zwischen den Studierenden aus Äthiopen und der Schweiz wird bestehen bleiben: Die Studenten der hftm begleiten ihre Projektpartner weiterhin.

Mit Stolz darf die hftm ausserdem verkünden, dass auch im nächsten Jahr wieder Grenchner und Bieler Studenten eingeladen werden, um an neuen Projekten mitzuwirken. Dem hftm.förderverein, der grosszügig für die Reise- und Unterhaltsspesen der Studenten aufgekommen ist, ist grosser Dank geschuldet.